Kamera, Objektive und Zubehör

Canon EOS 700D

Es liegt auf der Hand, dass eine gute Kamera entscheidend für ein gutes Bild ist. Was viele jedoch nicht wissen: Noch wichtiger als die Kamera ist ein gutes Objektiv. Und hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Aber der Reihe nach.

Kompaktkamera, DSLR, DSLM oder Smartphone? Verstehen auch Sie nur Bahnhof? Kein Wunder: Der Markt der Digitalkameras wächst unaufhaltsam. Neue Innovationen kommen fast monatlich auf den Markt. Und Kameras bekommen Konkurrenz aus ungewohnter Richtung: Viele Smartphones verfügen heute über Sensor-Auflösungen, die vor ein paar Jahren ein hervorragender Wert für eine normale Digitalkamera gewesen wäre. Dennoch ist von der Nutzung von Smartphones abzuraten, wenn es um die Erstellung professioneller Bilder geht. Schärfe und Auflösung sind in der Regel noch zu gering. Funktionen wie „Weißabgleich“ o.ä. fehlen in aller Regel, doch dazu später mehr.

Ein Hinweis noch vorab: Dieser Artikel hat nicht den Anspruch, einen ausgewogenen Marktüberblick zu geben. Da ich selbst mit dem Hersteller Canon gute Erfahrungen gemacht habe, kommen die meisten Erfahrungen aus diesem Bereich.

1 Die Kompaktkamera

Bei einer Kompaktkamera sind Objektiv und Gehäuse fest verbunden. Häufig fallen diese klein aus, damit sie im Reisegepäck nicht stören. Die Kompaktkamera ist damit die typische „Urlauberkamera“. Trotz des handlichen Formats erreichen diese Kameras häufig bereits eine hohe Auflösung und verfügen meist auch über einen optischen Zoom. Ein wesentlicher Nachteil dieses Typs ist jedoch, dass man häufig keinen externen Blitz anschließen kann (siehe auch Kapitel „Das richtige Licht“). Weiterhin ist das Objektiv häufig lichtschwach und erlaubt auch keine richtig „knackig“ scharfen Bilder. Zu guter letzt ist so eine Kamera durch die kleine Bauform auf Dauer auch nicht angnehm zu bedienen.

Aus den genannten Gründen würde ich diesen Kameratyp nur empfehlen, wenn das Budget knapp ist. Falls es doch eine „Kompakte“ sein soll, hier meine konkrete Empfehlung, mit der ich selbst auch schon gearbeitet habe:

Canon Powershot G15

Canons Powershot ist mittlerweile fast schon ein Klassiker und besticht durch eine sehr gut verarbeites und lichtstarkes Objektiv. Zudem speichert diese Kamera die Bilder auf Wunsch auch im RAW Format ab, welches ggfs. die spätere Nachbearbeitung vereinfacht. Zusätzlich verfügt die Kamera auch über einen Blitzschuh, auf den ein externer Blitz angeschlossen werden kann, was wichtig für „indirektes Licht“ ist. Und nicht zuletzt ist diese Kamera hochwertig verarbeitet und garantiert auch eine lange Lebenszeit. Ganz wichtig auch: Diese Kamera hat natürlich auch ein Gewinde im Boden, um diese auf ein Stativ zu montieren. Mit Marktpreisen um die 350€ ist sie leider ganz billig, aber absolut preiswert.

Canon Powershot G15

Canon Powershot G15

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2 Die Systemkamera (DSLM)

Dieser Kameratypus ist noch relativ neu. Er bildet die Brücke zwischen den Kompaktkameras und die Spiegelreflexkameras. Man nennt diese Kameras daher oft auch „Bridge“ (Brücken) Kameras. „DSLM“ steht für „Digital Single Lens Mirrorless“, d.h. bei diesen Kameras gibt es im Vergleich zu den Spiegelreflexkameras (DSLR) keinen Spiegel, der das Bild in den Sucher projiziert. Entsprechend gibt es auch keinen Sucher bei diesen Kameras (Ausnahmen bestätigen die Regel) und das Bild wird allein über das Display kontrolliert, was kein Nachteil sein muss.

Wie bei den Spiegelreflexkameras gibt es auch bei diesen Kameras die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln. Allerdings ist das Angebot an (guten) Objektiven in diesem Segment noch gering. Die Bildqualität ist aber in jedem Fall bereits deutlich besser als bei den Kompaktkameras. Das liegt daran, dass häufig die gleichen (APS-C) Sensoren in den Systemkameras verbaut werden, wie bei den größeren Brüdern, den Spiegelreflexkameras.

Die Preise variieren in diesem Segment ebenfalls deutlich und liegen irgendwo zwischen 300 und 800€. Nach oben ist die Grenze wie immer offen. Bei der Auswahl der Kamera sollte man wie eingangs erwähnt auf die Verfügbarkeit guter Objektive achten. Ggfs. lohnt es sich – wenn möglich – Objektiv und Gehäuse getrennt zu kaufen, z.B. wenn das mitgelieferte Objektiv qualitativ minderwertig ist (wie häufig bei den Spiegelreflexkameras, die man bei den Elektrodiscountern bekommt. Manchmal kann man auch die Objektive aus dem Spiegelreflex-Segment an die Systemkameras anschließen. Hierzu braucht man dann in der Regel einen Adapter. Ich persönlich bin kein Fan von Adaptern jeder Art. Häufig leidet hier die Bildqualität, aber das ist meine persönlich Meinung.

Canons Vertreter in dieser Kategorie ist die Canon EOS M:

 

Canon EOS M

Canon EOS M

 

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Ich selbst habe noch keine Erfahrungen mit Systemkameras gemacht, daher kann ich hier keine konkreten Empfehlungen abgeben und verweise daher auf die Bewertungen bei Amazon, auch wenn diese immer mit etwas Vorsicht zu genießen sind.

3 Die Spiegelreflexkamera (DSLR)

Die meisten professionellen eBay-Verkäufer, die ich kenne, arbeiten mit digitalen Spiegelreflexkameras (DSLRs). Diese sind in der Anschaffung zwar etwas teurer, aber dafür bekommt man m.E. auch deutlich mehr geboten insbesondere die volle Kontrolle über die Bildaufnahme. Für mich fast noch entscheidender als die Kamera sind die zugehörigen Objektive. Das ist wie bei Hifi-Systemen: Wenn man billige Boxen kauft, hilft auch der teuerste Verstärker nichts – der Klang wird durch die Boxen limitiert. Und genauso verhält es sich mit Objektiven und Kameras. Investieren Sie Ihr Geld lieber in ein hochwertiges Objektiv und sparen Sie ggfs. beim Kameragehäuse (dem „Body“). Diesen können Sie zu einem späteren Zeitpunkt immer noch tauschen. Die Objektive behält man meist ein Leben lang – zumindest die besseren.

Für welches „Lager“ Sie sich entscheiden, ist heutzutage eher nebensächlich. Canon, Nikon, Sony – alle Hersteller bieten gute Geräte an. Nehmen Sie in einem Fachgeschäft einfach mal alle Geräte in die Hand und schauen Sie, mit welchem Modell Sie auf Anhieb besser zurecht kommen. Jeder Hersteller hat hier so sein eigenes Bedienkonzept. Vorteil bei Canon und Nikon: Hier können Sie bei den Objektiven auf eine größere Auswahl von Objektiven von Fremdherstellern (z.B. Sigma) zurückgreifen.

Es würde den Umfang des Artikels sprengen, hier verschiedene Kameras gegeneinander abzuwägen. Da ich selbst aus dem Canon-Lager komme, hier eine Empfehlung für ein Gehäuse und ein Objektiv, mit der Sie m.E. nichts falschmachen:

Canon EOS 700D

Canons 700D ist für ambitionierte Amateure gedacht. Sie erlaubt Ihnen, sämtliche Einstellungen des Fotos zu kontrollieren. Insbesondere sind dies Weißabgleich, Tiefenschärfe (über die Einstellung des Zeit/Blende-Verhältnisses), Bildausschnitt uvm. Der in der Kamera verbaute Chip hat eine sehr hohe Auflösung. Neben dem Blitzschuh oben können Sie auch einen externen Blitz über einen Klinkenstecker an der Seite anschließen. Die Kamera verfügt mittlerweile auch über eine Funktion zum Erstellen von Videos. Das Bedienkonzept ist durchdacht.

 

Canon EOS 700D

Canon EOS 700D

 

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Tipp: Wenn Sie auf eine DSLR nicht verzichten wollen, aber noch etwas Geld sparen wollen, können Sie auch guten Gewissens auf ein Vorgänger-Modell zurückgreifen, z.B. die Canon EOS 650D.

Welche Kameras verwenden Sie und warum? Schreiben Sie es in die Kommentare!

Das Objektiv

Wie bereits erwähnt: Fast schon entscheidender als das Gehäuse (auch „Body“ genannt) ist das Objektiv. Dieses entscheidet vor allem über die Schärfe des Bildes. Dies ist in sofern wichtig, als dass viele eBay-Verkäufer auch häufig Detailaufnahmen ihrer Produkte veröffentlichen und hier kommt es dann wirklich auf jeden Pixel an. Und hier ist auch der Punkt gekommen, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Vergleichen Sie – wenn Sie können – einfach mal eine Detailaufnahme einer Kompaktkamera mit der einer Spiegelreflexkamera mit einem hochwertigen Objektiv. Sie werden stauen, was die Spiegelreflexkamera hier noch rausholt.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema: dem Objektiv. Die Hersteller produzieren Objektive für unterschiedliche Anwendungsfälle. So gibt es Teleobjektive, Portraitobjektive, Weitwinkelobjektive uvm. Wenn Sie kleine bis mittelgroße Produkte fotografieren (alles von der Briefmarke bis zum Computer), dann würde ich Ihnen ein Makroobjektiv empfehlen. Diese Objektive zeichnen sich zum einen durch eine geringe Naheinstellgrenze aus (d.h. Sie können mit der Kamera sehr nah an das Objektiv rangehen, wenn Sie möchten/müssen) und zum anderen besitzen diese Objektive im Nahbereich eine hervorragende Schärfe.

 

Canon Makro Objektiv

Canon Makro Objektiv

 

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Alternative 1 (günstiger): 50mm Makro Objektiv von Sigma

Alternative 2 (teurer): 100mm Makro Objektiv von Canon

Welche Brennweite die richtige ist, hängt im wesentlichen von der Größe des Motivs ab. Die Brennweite bestimmt einfach gesagt den „Zoom-Faktor“. Je größer die Brennweite, desto höher der Zoomfaktor. Bei kleinen Objekten ist das kein Problem. Wenn Sie jedoch ein größeres Objekt fotografieren wollen, ist eine kleinere Brennweite besser. Wenn Sie die Wahl haben, sollten Sie zu einer größeren (längeren) Brennweite greifen. Das hilft Ihnen ggfs., bestimmte Bereiche des Motivs so zu fokussieren, dass einige Bereiche unscharf bleiben.

Häufig kommt auch die Frage, ob man nicht auch mit dem (häufig mitgelieferten) Kit-Objektiv arbeiten könne. Hierzu muss man wissen, dass bei der Produktion dieser Objektive der niedrige Preis das Ziel ist. Mit diesen kann man bei bestimmten Brenneweite/Blenden Kombinationen sehr gute Bilder machen, aber die Qualität fällt insbesondere in den Extrembereichen (sehr kleine/große Brennweite/Blende) stark ab. Ich würde Ihnen daher – wenn es der Geldbeutel hergibt – dazu raten, die Spiegelreflexkamera gleich ohne Objektiv zu kaufen (sollte ca. 100€ billiger sein) und das Geld stattdessen in ein hochwertiges Objektiv zu investieren. Denn gerade hier gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Der Polfilter

Ein Polarisationsfilter (Polfilter) hilft Ihnen, unerwünschte Lichtreflexionen von metallenen, gläsernen oder sonstwie reflektierenden Oberflächen zu unterdrücken. Lichtreflexionen überstrahlen ansonsten manche Stellen Ihres Motives und so gehen Details ggfs. verloren. Ein Polfilter spart Ihnen somit ggfs. viel Zeit in der Bildnachbearbeitung. Es gibt eigentlich für alle Objektivgrößen passende Polfilter. Sie müssen nur darauf achten, dass Sie einen Polfilter in der passenden Größe erwerben. Das Canon-Objektiv oben hat z.B. ein 58mm Gewinde (bitte nicht mit der 60mm Brennweite verwechseln). Dieser Polfilter der Marke Hama würde dazu passen:

Hama-Polfilter-58mm

Hama Polfilter 58mm

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Das Stativ

Ebenso ein Muß in der Produktfotografie ist m.E. das Stativ. Es hilft Ihnen in zweierlei Hinsicht:

  1. Erstellung von verwacklungsfreien Bildern
  2. Optimale Kontrolle des Bildausschnittes
  3. Einfachere Bedienung der Kamera (dritte Hand)

Leider gibt es bei Stativen große Unterschiede in der Qualität und im Preis. Grundsätzlich gilt: Je billiger, je klappriger. Investieren Sie hier lieber ein paar Euro mehr. Andererseits muss es auch keine ganz große Marke sein. Es gibt m.E. auch gute Stative im mittleren Preissegment, die eine gute Verarbeitung haben, z.B. Stative der Marke Sirui.

Bei den besseren Stativen sind Stativ und Kopf auch immer getrennt zu erwerben. Was den Kopf angeht, würde ich Ihnen zu einem sog. „Kugelkopf“ raten. Hier können Sie mit dem Lösen einer „Schraube“ die Kamera in allen drei Dimensionen auf einmal bewegen (drehen, kippen, neigen). Das spart viel Zeit und erlaubt eine exakte Kontrolle des Bildausschnittes.

Sirui-N-1004X-Stativ

Sirui N1004X Stativ

Sirui-G-20X-Kopf

Sirui G20X Kugelkopf

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Grundsätzlich sollten Sie beim Kauf eines Kugelkopfs auf zwei Dinge achten:

  1. Der Kopf sollte zum Gewicht der Kamera passen
  2. Der Kopf sollte über eine gut abzulesende Wasserwaage verfügen, die Ihnen hilft, die Kamera waagerecht auszurichten

Kommentar

henry 10. Juni 2014 um 17:15 Uhr / Antworten

Sorry, Polfilter können Reflexe metallischer Oberflächen NICHT unterdrücken…


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